
Die Ein- und Mehrfamilienhäuser sind die Profiteure der Innovation. Die von Außenwand zu Außenwand spannende neue Holz-Beton-Verbunddecke (HBV-Decke) mit einer Spannweite bis 10m steht im Zentrum des interdisziplinären FuE-Projektes GROCOCE. Der Bausatz der Decke besteht aus Holzbalken und einem 7 cm dicken Betongurt aus Ökobeton.
Um Holzbalken mit Spannweiten von 10 m einsetzen zu können, braucht es Zugzonenverstärkungen am Balken. Gelöst wurde diese Kernaufgabe im Projekt durch neuartige Hochleistungslaminate aus Hanfbast. Diese weisen einen Zug-E-Modul von mehr als 40 GPa auf. Mit einem innovativen Kervendesign und der Schraubenverbindung liegt erstmals eine HBV-Decke vor, die eine sortenreine Trennung von Holz und Beton erlaubt. HBV-Decken verursachen bis zu 50% weniger CO2 gegenüber Geschossdecken aus Stahlbeton. Die Neuentwicklung in Form eines Bausatzes bietet folgende weitere Vorteile: Rückbaubarkeit, Einbindung regionaler Mittelständler und CO2-Reduktion. Getrennt voneinander werden Betonplatten im Fertigteilwerk, Holzbalken in der Zimmerei vorgefertigt. Die Baustellendmontage erfolgt durch punktuellen Verguss in Aussparungen (in Anlehnung an bestehendes HBV-System „WILMA“.
Innovativer Kern:
1) Entwicklung biobasiertes Hanffaserkunststofflaminat mit E-Modul > 40 GPa (Standard bisher: 20 GPa). Das ist technisches Neuland! Als Bestandteil des HBV-Bausatzes kann HFK bei Spannweiten > 8m die Balken optional verstärken, um min 20% Holz einzusparen oder 10% mehr Tragleistung zu erlangen. Die Entwicklung spricht den Leicht- Bestands-, Industriebau sowie denkmalgeschützte Gebäude an.
2) Entwicklung und Versuche zu leichtgängiger, rückbaubarer Verbundmittel ohne Bauteilzerstörung: Kervendesign mit angeschrägten Flanken + Schrauben: zugänglich und punktuell (70% weniger Schr. gegenüber Standard).